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Landesregierung: Mit Matura Zweisprachigkeitsnachweis für Ladiner
Die Landesregierung hat heute (19. September) beschlossen, dass den an ladinischen Oberschulen ausgebildeten Südtirolern ladinischer Muttersprache künftig mit erfolgreich abgelegter Maturaprüfung automatisch der Zweisprachigkeitsnachweis B zuerkannt wird. Damit die neue Regelung in Kraft treten kann, muss eine Durchführungsbestimmung angepasst werden.
Die ladinischen Schüler in Südtiroler werden nach dem paritätischen Modell ausgebildet: Die Hälfte des Unterrichts erfolgt in deutscher, die andere Hälfte in italienischer Sprache. Diese Form der Ausbildung soll sich künftig auf den Erwerb des Zweisprachigkeitsnachweises auswirken. "Die Ladiner haben nicht die Möglichkeit, ihre Schulbildung in ihrer Muttersprache zu absolvieren. Das paritätische Modell bildet die Ladiner sprachlich so gut aus, dass sie Sprachkenntnisse aufweisen, die dem Zweisprachigkeitsnachweis B entsprechen, wenn sie die Maturaprüfung schaffen", so Ladinerlandesrat Florian Mussner.
Landeshauptmann Luis Durnwalder sieht in der von der Landesregierung abgesegneten Regelung keinen Präzendenzfall für die anderen Sprachgruppen: "Die deutschsprachigen und die italienischsprachigen Südtiroler werden in ihrer Muttersprache ausgebildet. In beiden Fällen wäre es deshalb nicht angebracht, mit der Matura auch den Zweisprachigkeitsnachweis auszustellen. Dafür besteht für die beiden großen Sprachgruppen ja die Möglichkeit, den Nachweis A über ein Universitätsstudium in der der jeweils anderen Landessprache zu erwerben." Damit die neue Regelung nicht missbraucht wird, ist der Erwerb des Sprachgruppennachweises an den mindestens zehnjährigen Besuch einer ladinischen Schule gekoppelt.
Die Landesregierung hat den Landeshauptmann heute damit beauftragt, einen Antrag an die Sechser-Kommission zu stellen, damit diese die notwendige Anpassung der Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut vornimmt.
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