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Ridnaun: Wildbach-Sperre aus dem 19. Jahrhundert saniert
(LPA) Auf historischen Spuren hat sich das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung im hinteren Ridnauntal bewegt. Am Aglsboden wurde eine Sperre aus dem Jahr 1868 wieder auf Vordermann gebracht. Sie bietet dem Ridnauntal nun wieder Schutz vor Hochwasserwellen und Murabgängen.
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Auch dieser konnte allerdings nicht verhindern, dass 1868 der Eissee am Übeltalferner wieder ausbrach und das Ridnauntal bis nach Sterzing überflutete. Dieser Ausbruch war der Anlass dafür, dass eine neue Sperre am Aglsboden gebaut wurde, die bis heute Bestand hat.
Man kann sich vorstellen, dass an diesem Bauwerk auf knapp 1800 Metern Seehöhe der Zahn der Zeit genagt hat. Zwar ist der Übeltalferner aufgrund seines Rückgangs heute mit jenem vor 150 Jahren kaum noch zu vergleichen, die Gefahr eines See-Ausbruchs weitestgehend verschwunden, doch sollte die Sperre trotzdem auf Vordermann gebracht werden, damit sie auch weiterhin ihre Schutzfunktion ausüben kann.
Bei den nun durchgeführten Sanierungsarbeiten hat sich das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord auf die Erhebungen von Hannes Oberhammer gestützt, der die historische Sperre im Rahmen seiner Diplomarbeit eingehend untersucht hat. So wurden nach dem Projekt von Paul von Hepperger vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord Sträucher und Moos von den Mauern entfernt und die Fugen mit Trockenspritzbeton verfugt.
Um dem Sperrwerk zusätzliche Stabilität zu verleihen, wurde auch Zement injiziert, der für den notwendigen Halt sorgt. Die Sanierung der historischen Sperre am Aglsboden hat insgesamt 82.000 Euro gekostet.
chr