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Minderheitenschutz in der Europäischen Union
LPA - Das es besonders wichtig war, den Minderheitenschutz auch in die Europäische Verfassung hineinzuschrieben, darüber waren sich heute die Teilnehmer der wissenschaftlichen Tagung zum Minderheitenschutz einig. „Minderheiten sollen aber nicht nur geschützt, sondern auch gefördert werden“, betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder. An der Tagung „Minderheitenschutz in der Europäischen Union. Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes ethnischer Minderheiten am Beispiel Südtirol", die heute in Bozen stattgefunden hat, nahmen zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland teil.
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Dass der Minderheitenschutz auch Eingang in die am vergangenen Freitag in Rom unterzeichnete Europäische Verfassung gefunden hat, sei besonders wichtig, wurde von allen Seiten betont. Der Schutz der Minderheiten sei ein fundamentales Prinzip der Menschenrechte, hob Frank Hoffmeister vom Juristischen Dienst der Europäischen Kommission in Brüssel hervor. Bei den Gesprächen über den eventuellen Verweis auf gemeinsame religiöse Werte habe es auch eine Diskussion darüber gegeben, welche Werte überhaupt in die Europäische Verfassung aufzunehmen seien, so der Innsbrucker Universitätsprofessor Waldemar Hummer, der über Neuerungen im Minderheitenschutz referierte. Stefan Oberrauch von der Universität Innsbruck zeigte Möglichkeiten und Grenzen von Schutzmaßnahmen für Minderheiten im Bereich Beschäftigung auf. Das derzeit aktuelle Thema Sprachgruppenerhebung schnitt Professor Walter Obwexer von der Universität Innsbruck an. Er betonte, dass ohne diese wichtigen Regelungen der Proporz in Südtirol nicht funktionieren könne. Für den Unterricht sollten spezielle Programme für Minderheitenkulturen ausgearbeitet werden, forderte Isabella Summa von der Südtiroler Landesverwaltung. Von besonderer Wichtigkeit sei auch die Anerkennung der im Ausland erworben Studientitel, so Universitätsprofessorin Esther Happacher.
SAN