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Brüssel: EU finanziert die Hälfte des BBT-Pilotstollens

(LPA) In Brüssel haben sich heute Vertreter der betroffenen Verkehrsministerien, Länder und beteiligten Gesellschaften mit Beamten der EU-Generaldirektion Energie und Verkehr getroffen, um das weitere Vorgehen in Sachen Brennerbasistunnel (BBT) abzustecken. Dabei hat man auch die Zusage der EU erhalten, dass sie 50 Prozent der Kosten für den notwendigen Pilotstollen übernehmen wird.

Rund 430 Millionen Euro soll allein die Realisierung des Pilotstollens kosten, der wiederum notwendig ist, um die geologischen und technischen Details für den Bau des eigentlichen BBT abklären zu können. 50 Prozent dieser Kosten, so die heutige Zusage der Vertreter der EU-Kommission, wird Brüssel übernehmen, während Italien und Österreich je ein Viertel dieser Summe aufbringen müssen. Beide Staaten wurden jedenfalls heute aufgefordert, das offizielle Finanzierungsgesuch für den Pilotstollen an die EU zu stellen, damit diese die notwendigen Gelder zweckbinden könne.

Laut heute abgestecktem Fahrplan sollen möglichst bereits im Jahr 2006 die Bohrungen für den Pilotstollen anlaufen. Was fehlt, ist nun noch der offizielle Auftrag dafür an die europäische BBT-Gesellschaft von Seiten der betroffenen Staaten Italien und Österreich. "Der Vertreter des italienischen Verkehrsministeriums hat heute bereits grünes Licht signalisiert", erklärt Anton Aschbacher, der Direktor des Landesamtes für überörtliche Raumordnung, der heute Landeshauptmann Luis Durnwalder in Brüssel vertreten hat, da dieser an der Sitzung nicht teilnehmen konnte. Der Vertreter des österreichischen Verkehrsministeriums habe sich dagegen noch etwas zurückhaltender gezeigt.

Bereits in den nächsten Wochen soll die BBT-Gesellschaft, die bisher als Europäische Wirtschaftliche Interessens-Vereinigung (EWIV) organisiert war, in eine von den EU-Richtlinien vorgesehene "Societas Europeae" umgewandelt werden und damit den für den Auftrag zur Planung des Pilotstollens notwendigen formellen Schritt vollziehen. Die veranschlagten Kosten für die Planung des Pilotstollens belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro.

Was den Bau des BBT selbst angeht, wurden heute einige Finanzierungsmodelle andiskutiert. Die EU-Kommission wies dabei noch einmal auf die geltende Regelung hin, dass Brüssel 20 Prozent der anfallenden Kosten übernehmen könne. Die restliche Summe müssten die beteiligten Staaten, Länder und eventuelle Dritte aufbringen.

Diskutiert wurden heute auch die neuesten Verkehrsprognosen für den Brenner, die nun aktualisiert worden sind. Demnach erwarten sich die Experten ein Güteraufkommen von 65 Millionen Nettotonnen, das im Jahr 2015 den Brenner überqueren wird. "Einig waren sich heute alle Experten, dass zur Bewältigung eines solchen Aufkommens eine neue Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden muss, da ansonsten der Autobahn der Kollaps droht", erklärte Aschbacher. Einig war man sich darüber hinaus auch, dass künftige Verkehrskonzepte in jedem Fall eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zum Ziel haben müsse.

chr

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