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Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Strom- und Gasbereich

(LPA) Auf einen weitgehenden Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Strom- und Gasbereich hat sich heute am späten Vormittag eine politische Elefantenrunde in Bozen geeinigt. Die beiden Landeshauptleute Luis Durnwalder und Herwig van Staa, die Energie-Landesräte Michl Laimer und Ferdinand Eberle sowie der Chef der Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag), Bruno Wallnöfer, verständigten sich dabei auf einen Zusammenschluss der derzeit von beiden Seiten bis an die Landesgrenzen heranführenden Stromleitungen und nicht zuletzt auf ein gemeinsames Engagement auf dem Gasmarkt.

Energiefragen auf höchster Ebene
Im Strombereich gehe es in erster Linie um eine Erhöhung der Versorgungssicherheit in beiden Ländern, erklärten die Gesprächsteilnehmer. Diese soll erreicht werden, indem die bereits bestehenden Stromleitungen, die derzeit an den Grenzen unterbrochen sind, zusammengeschlossen werden und deren Kapazität erhöht wird.

Ein besonderes Anliegen ist dabei die so genannte Brennerlinie, die noch bis vor rund 40 Jahren die Grenze überquert hat, dann aber am Brenner gekappt worden ist. "Die Masten stehen bereits, die Leitung existiert, nur der Zusammenschluss am Brenner fehlt noch", so Energie-Landesrat Laimer. Ein Problem gibt es hier allerdings noch: Die Leitung südlich des Brenners gehört der Energiegesellschaft ENEL. Die beiden Landeshauptleute aber bestehen darauf, dass an einem Zusammenschluss der Brenner-Leitung auch die SEL AG beteiligt werden soll.

Neben dem Zusammenschluss am Brenner, sollen auch die Leitungen am Reschen und am Grenzübergang Winnebach in Zukunft grenzüberschreitend angelegt werden. "Nur ein solcher Zusammenschluss gibt uns die Möglichkeit, Strom auszutauschen und damit die Versorgungssicherheit in beiden Landesteilen merklich zu erhöhen", so das Fazit von Landeshauptmann Durnwalder nach der heutigen Aussprache.

Auch ein Fernziel hat man ins Auge gefasst: Falls eine Studie die Machbarkeit bestätigen sollte, möchte man eine Hochleistungsstromleitung (380 kV) im Brennerbasistunnel verlegen.

Neben dem Stromsektor stand auch die Zusammenarbeit im Gasbereich auf der Tagesordnung der heutigen Aussprache. Diese wird in erster Linie über eine Kooperation der Tiwag-Tochter Tigas und der SELGas ablaufen, und zwar in Form einer gemeinsamen Gesellschaft in Südtirol. Der erste Schritt dahin besteht im Zusammenschluss der von der Tigas aufgekauften Unternehmen Südgas und Energas. In einem zweiten Schritt werden dann 60 Prozent der Anteile an dieser neuen Gesellschaft an die SELGas verkauft. Im Gegenzug werden die Anteile der Tigas an der SELGas von 30 auf 40 Prozent erhöht. "Der Zusammenschluss zu einem einheitlichen Gasversorger bringt uns einerseits die notwendige Versorgungssicherheit für den ländlichen Raum, andererseits aber auch wesentliche Kostenvorteile bei Einkauf und Vertrieb und damit entsprechende Einsparungen", erklärt Landesrat Laimer das Ziel dieser Transaktion.

chr

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