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Botschaft der Schullandsräte zum Welttag der Alphabetisierung
LPA - Der von der UNESCO ausgerufene Welttag der Alphabetisierung, der am morgigen Mittwoch, 8. September 2004, wieder begangen wird, erinnert jedes Jahr daran, dass es in vielen Ländern immer noch ein Privileg ist, lesen und schreiben zu können. Auf den Analphabetismus aufmerksam zu machen und dagegen zu kämpfen, ist Ziel dieses Tages. „Lesen und schreiben zu können, ist für jeden Menschen eine wichtige Voraussetzung für seine persönliche und soziale Entwicklung“ schreiben die drei Schullandesräte Luisa Gnecchi, Florian Mussner und Otto Saurer.
Der Kampf gegen den Analphabetismus wird in erster Linie in den Ländern der Dritten Welt geführt. „Auch das Land Südtirol leistet dazu einen Beitrag, indem es verschiedene Projekte in diesem Bereich unterstützt. Dazu kommt natürlich die Arbeit in den Schulen und Bildungseinrichtungen im Lande selbst“, so Gnecchi, Mussner und Saurer.Auch in Südtirol gibt es das Phänomen Analphabetismus. Hier trete der Analphabetismus sozusagen rückwirkend auf, so die Schullandesräte. Laut jüngsten Erhebungen können über 1000 Bürger nach Beendigung des Schulbesuchs keine Zeitung und kein Buch mehr lesen, aber auch keinen Brief schreiben. „Über die Ressorts für Schule und Berufsbildung setzt sich das Land dafür ein, dass auch diese Bürger Möglichkeiten bekommen, ihre Defizite aufzuholen“, betonen Gnecchi, Mussner und Saurer in einer gemeinsamen Erklärung. In den zuständigen Ämtern gäbe es deshalb auch Dienste zur Orientierung und Beratung, für Menschen, die nicht oder kaum lesen und schreiben können. „Wer nicht lesen und nicht schrieben kann, ist schwächer als andere und oft auch ärmer, ängstlicher und weniger frei als andere“, sagen die Landesräte. Lesen und schreiben zu können, sei für jeden Menschen eine wichtige Voraussetzung für seine persönliche und soziale Entwicklung.
Analphabetismus gibt es in Südtirol auch bei den Einwanderern häufig - aber in einer etwas anderen Art. Sie können zwar lesen und schreiben jedoch nicht in den Landessprachen. Auch für sie gibt es, so die Schullandesräte, somit weniger Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Gerade sie seien aber auch eine wichtige Ressource für die Entwicklung des Landes, meinen die Landesräte. In diesem Sinne laufen auch in diesem Jahr in Südtirol wieder Alphabetisierungskurse für Einwanderer, die vom Europäischen Sozialfonds mitfinanziert werden.
Anlässlich des Welttages der Alphabetisierung lautet schließlich die Aufforderung der Schullandesräte an alle Bürger: „Lesen und noch mehr lesen“.
SAN