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Zusammenarbeit zur Bekämpfung seltener Krankheiten
(LPA) Patienten, die unter seltenen Krankheiten leiden, soll in Zukunft noch besser geholfen werden, als dies bisher bereits der Fall war. Dafür sorgt ein Abkommen zwischen Südtirol, dem Trentino sowie den Regionen Venetien und Friaul–Julisch Venetien, das eine engere Zusammenarbeit und einen intensiveren Austausch von entsprechenden Daten vorsieht. Die Landesregierung hat in ihrer letzten Sitzung Gesundheitslandesrat Richard Theiner ermächtigt, das genannte Abkommen zu unterzeichnen.
Maßnahmen gegen so genannte seltene Krankheiten – laut WHO sind es rund 5000 – werden im neuen öffentlichen Gesundheitsprogramm der europäischen Kommission als vorrangiges Ziel betrachtet. Eine erste solche Maßnahme im Kampf gegen die seltenen Krankheiten hat Südtirol bereits umgesetzt: So dürfen die Krankenhäuser des Landes ärztlichen Bescheinigungen ausstellen, die die Patienten von der Bezahlung des Tickets befreien, sie also entsprechend finanziell entlasten.Mit der Unterzeichnung des nun von der Landesregierung abgesegneten Abkommens zwischen den Autonomen Provinzen Bozen und Trient und den beiden Regionen wird ein weiterer Schritt gesetzt. Es geht dabei vor allem um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen in den beteiligten Ländern bei der Beobachtung, Erforschung und der Behandlung der seltenen Krankheiten.
Drei Ziele stehen für die Unterzeichner des Abkommens im Vordergrund: Erstens sollen gemeinsame Kriterien ausgearbeitet werden, die eine Diagnose und die Behandlung seltener Krankheiten erleichtern sollen. Als zweites Ziel wird eine einheitliche Behandlung der Patienten in allen beteiligten Ländern angestrebt, und zwar sei es in medizinischer sei es in sozialer Hinsicht, etwa wenn es um finanzielle Leistungen geht. Schließlich – als Ziel Nummer drei – soll ein gemeinsames Beobachtungssystem entstehen. Auch dies, um eventuell vorhandene Ungleichheiten in der Behandlung der Patienten in den Ländern zu beseitigen.
Diese theoretischen Ziele nun praktisch umzusetzen, ist Aufgabe einer Koordinierungsgruppe, die aus Experten aus allen beteiligten Provinzen und Regionen zusammengesetzt wird.
chr