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Sichelzellen- und Mittelmeer-Anämie: Einstufung als Zivilinvalidität
(LPA) Menschen, die an der so genannten Mittelmeer-Anämie (Cooley-Anämie oder Thalassämie major) bzw. an Drepanozytose (Sichelzellen-Anämie) erkranken, werden in Zukunft als Zivilinvaliden eingestuft. Damit steht ihnen auch der Weg zu den entsprechenden finanziellen Leistungen offen. Dies hat die Landesregierung auf Antrag von Landesrat Richard Theiner entschieden.
Beide Krankheiten sind besondere Formen der Anämie (Blutarmut), die vor allem in den Mittelmeerländern (aber nicht nur) auftreten. Thalassämien sind dadurch gekennzeichnet, dass verstärkt rote Blutkörperchen abgebaut werden. Behandelt wird die Krankheit durch regelmäßige Bluttransfusionen, eine Heilung ist nur durch eine Knochenmarktransplantation möglich. Die Drepanozytose führt dagegen zur Bildung von Sichelzellen im Blut, die wiederum das Infarktrisiko um ein Vielfaches steigern.Um den an diesen Anämien Erkrankten finanziell unter die Arme greifen zu können, hat die Landesregierung nun auf Antrag von Landesrat Richard Theiner bestimmt, dass die Erkrankten als Zivilinvaliden eingestuft werden. Damit eröffnet man ihnen den Zugang zu den finanziellen Leistungen, die die Invaliden zu erwarten haben, etwa Zahlungen in Form einer Invalidenrente.
Gestützt wird diese Entscheidung der Landesregierung durch ein entsprechendes Staatsgesetz, das eine jährliche Mindestzahlung an die Erkrankten vorsieht. Um in den Genuss dieser Zahlungen zu kommen, muss der Betroffene mindestens 35 Jahre alt sein und mindestens zehn Jahre lang Beiträge gezahlt haben.
chr