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Südtirol bei Impfungen im Hintertreffen

LPA – Die Durchimpfungsraten der Südtiroler Kleinkinder liegt weit unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Besonders der niedere Anteil der gegen Masern, Mumps und Röteln geimpften Kinder gibt Anlass zur Besorgnis. Zu dieser Erkenntnis hat die Studie „ICONA 2003“ geführt. Auf einer Pressekonferenz heute Vormittag haben der Direktor des Ressorts der Landesabteilung für Gesundheitswesen, Florian Zerzer, und der Koordinator der Studie, Peter Kreidl, die umfassende Erhebung zum Gesundheitszustand von Kindern bis zum zweiten Lebensjahr vorgestellt.

Für die Studie „ICONA 2003“ wurden im Sommer des Vorjahres von Studenten der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ über 200 Interviews geführt. Ziel war es, Daten über den Gesundheitszustand der Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr zu erheben. Neben den Durchimpfungsraten untersuchte man auch die Qualität der Impfdienste, die Ernährung im ersten Lebensjahr, Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod, Verletzungen durch Autounfälle und durch Passivrauchen verursachte Folgeschäden.

Kritik übte Florian Zerzer an den niederen Durchimpfungsraten. „Südtirol steht sehr schlecht da“, hielt der Ressortdirektor für Gesundheitswesen fest. Kein Wunder: Bei den Pflichtimpfungen liegt Südtirol an letzter Stelle in ganz Italien, bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) an vorletzter. Die MMR-Impfrate ist in den vergangenen fünf Jahren zwar deutlich von 28 auf 64 Prozent angestiegen, liegt aber weiter deutlich von der 95-Prozent-Schwelle entfernt, die zur "Ausrottung" von Masern und Röteln notwendig ist. Die niedere Durchimpfungsrate lässt in naher Zukunft eine Masernepidemie für Südtirol erwarten. Epidemien dieser Art treten in Gebieten mit niederen Impfraten in Abständen von drei bis vier Jahren auf. Peter Kreidl, Epidemiologe der Landesabteilung Gesundheitswesen, forderte auf der Pressekonferenz vor allem eine bessere Information der Eltern, um die Impfrate anzuheben.

Abgesehen von der verbesserungswürdigen Impfsituation steht Südtirol in allen anderen Bereichen besser da als das übrige Staatsgebiet. So hat die zum zweiten Mal nach 1998 durchgeführte Studie gezeigt, dass in unserem Land die Eltern über den plötzlichen Kindstod besser informiert sind als in den übrigen Provinzen, die Kleinkinder im Auto fast durchwegs durch einen Kindersitz geschützt sind und sich überdurchschnittlich gesund ernähren. Auch das Stillverhalten der Mütter ist in Südtirol deutlich besser als auf gesamtstaatlicher Ebene.

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