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Bald mehr Materialverwertungszentren in Südtirol
Studienreise zu zwei Materialverwertungszentren in Bologna – Auch in Südtirol sind solche Zentren vorgesehen, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken
BOZEN (LPA). Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht. Im Rahmen der Abfallvermeidung beabsichtigt das Land Südtirol, Materialverwertungszentren zu fördern, um Materialien und Gegenständen, die sonst als Abfall enden würden, ein zweites Leben zu geben. Diese Strukturen sollen auch im nächsten Abfallbewirtschaftungsplan des Landes vorgesehen werden.
"Um die Zukunft nachhaltiger zu gestalten, müssen wir Materialien als wertvolle Ressource begreifen und Rahmenbedingungen für deren Wiederverwertung entwickeln", betont Giulio Angelucci, Direktor des Landesamtes für Abfallwirtschaft. Er verweist auf bestehende Ansätze von Kreislaufwirtschaft in Südtirol, wie das Zentrum "REX-Material und Dinge" in Brixen, das "Viel da" in Lana und die Tauschhalle Bozen.
Inspirationen für die künftige Ausrichtung der Materialverwertung in Südtirol gesammelt hat das Landesamt für Abfallwirtschaft gemeinsam mit der Materialinitiative Südtirol vor Kurzem beim Besuch von zwei Wiederverwendungszentren in Bologna. Nach einer Exkursion in die Schweiz 2025 (LPA hat berichtet) diente auch diese Studienreise dazu, sich über bewährte Praktiken zur Wiederverwendung von Materialien zu informieren. Mit dabei waren die Gründer der Materialinitiative Südtirol (UniBz, REX-Material und Dinge, Altomare Schlanders, OEW), Vertretende des Landesamts für Abfallwirtschaft, des Landesamts für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion, der Stadtwerke Bozen und Brixen, der Verbraucherschutzzentren sowie des Bereichs Schule.
Erste Station war das Wiederverwendungszentrum Second Life der Gemeinde Bologna, das von einer Genossenschaft verwaltet wird. Dort können gebrauchte Gegenstände in gutem Zustand abgeben werden, die sortiert, registriert, gelagert und mit Hilfe eines Punktesystems zum kostenlosen Mitnehmen angeboten werden. Anschließend ging es zur Genossenschaft ReMida in Bologna, die Produktionsabfälle von Unternehmen sammelt und in einem Lager vor allem Schulen für Bastelarbeiten zur Verfügung stellt. Jede Schule zahlt einen bestimmten Betrag pro Jahr und kann regelmäßig das benötigte Material abholen.
"Die besichtigten Betriebe tragen zur Reduzierung von Ressourcenverschwendung bei, schaffen lebendige Materialkreisläufe und fördern das Bewusstsein für den Wert von Materialien", berichtet Elisa Poznanski, Ansprechpartnerin im Landesamt für Abfallwirtschaft. "Dabei wird deutlich: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern regt auch Kreativität und Innovation an."
mpi

