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Am 24./25. März: Rauschenbach spricht über „Vernunft - Macht - Geschlecht“
LPA – Warum gibt es Staatsmänner, aber nominell keine Staatsfrauen, Hausfrauen, aber kaum Hausmänner? Warum unterscheiden wir zwischen Herren- und Frauenhäusern? Am 24. und 25. März versucht die Philosophin Brigitte Rauschenbach im Bozner Hotel Alpi diese und andere Fragen zur Geschlechterordnung in unserer Gesellschaft zu beantworten.
Zum Tag der Frau haben der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro des Landes wieder eine Reihe von Initiativen auf die Beine gestellt. Eine dieser Veranstaltungen ist das zweitägige Seminar der Philosophin Brigitte Rauschenbach, das sich mit der Geschlechterordnung und der Machtverteilung in unserer Gesellschaft auseinandersetzt.Frauen und Männer besetzen auch im heutigen Europa noch immer verschiedene Plätze. Diese Plätze haben sie sich häufig selbst ausgesucht, sie wurden ihnen aber auch strukturell zugewiesen. Dieses System der zugewiesenen und der aus eigenem Antrieb gefundenen Plätze wird als Geschlechterordnung bezeichnet. Manche halten die Geschlechterordnung für natürlich, andere finden sie vernünftig und wollen, dass es so bleibt, wie es ist. Aber wer hat diese Ordnung vernünftig gemacht? Bei dieser Frage kommt die Philosophie ins Spiel. Die Philosophie erkennt, so hat es Hegel einmal formuliert, die Vernunft in der Wirklichkeit. Auch die Geschlechterordnung haben die meisten Philosophen für vernünftig gehalten. Sie haben damit die Machtverteilung der Geschlechter begründet und legitimiert.
Im zweitägigen Seminar will Brigitte Rauschenbach nachvollziehen, wie sich die Philosophie zum Anwalt einer Geschlechterordnung mit Staatsmännern und Hausfrauen gemacht hat – auch und insbesondere in Zeiten des Auf- und Umbruchs. Die Lektüre und Interpretation zentraler Textstellen wird dabei auf dem Hintergrund einer Einführung in die jeweiligen Zeit- und Epochenumstände erfolgen. Rauschenbach ist Philosophin und Professorin am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Geschlechterforschung.
Das Seminar findet am Freitag 24. März von 15 bis 18 Uhr und am Samstag, 25. März von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr im Hotel Alpi, Südtirolerstraße, in Bozen statt. Eine Anmeldung ist erforderlich, und zwar im Frauenbüro im Palais Widmann, Crispistraße 3, in Bozen (Rufnummern 0471 411180 und 0471 411181; E-Mail: frauenbuero@provinz.bz.it).
Für alle Interessierten geben der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro geben eine Lektüreempfehlung, die als gesondertes Dokument dieser Aussendung angehängt ist.
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