News 2015
Kniepass: Ausschreibung für Grünbrücke und Sicherung der Staatsstraße
Arbeiten für Schutz der Wildtiere und Anpassung der Staatsstraße am Kniepass ausgeschrieben – Landesrat Alfreider: "Wichtiger Eingriff für Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die Umwelt
ST. LORENZEN (LPA). Das Land bringt ein wichtiges Vorhaben für die Pustertaler Staatsstraße (SS 49) voran. Kürzlich wurden die Arbeiten für den Abschnitt am Kniepass in der Gemeinde St. Lorenzen auf dem Vergabeportal für öffentliche Aufträge ausgeschrieben. Dort soll die Straße angepasst und sicherer gemacht werden und zudem entsteht dort die erste Grünbrücke Südtirols. Der Übergang soll Unfällen vorbeugen, denn Tiere können gefahrlos die Straße überqueren und in diesem sensiblen Gebiet ihre natürlichen Wanderbewegungen machen.
Infrastrukturen- und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider bezeichnet das Bauvorhaben als Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit: "Dank der engen Kooperation zwischen der Abteilung Tiefbau, dem Funktionsbereich Wildbachverbauung, dem Landesamt für Wildtiermanagement, dem Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus sowie dem Südtiroler Jagdverband erhöhen wir die Verkehrssicherheit und setzen zugleich einen entscheidenden Schritt zum Schutz der Biodiversität. Die Grünbrücke verwandelt einen kritischen Punkt in einen sicheren Übergang für Wildtiere und fügt sich harmonisch in die Landschaft des Gebiets ein."
Ökologischer Korridor führt über die Staatsstraße hinweg
Kernstück des Projekts ist die Errichtung der ersten Südtiroler Grünbrücke. Diese Infrastruktur ermöglicht Wildtieren eine sichere Querung entlang eines regional als bedeutsam eingestuften Wanderkorridors. "Sicherheit auf unseren Straßen bedeutet auch, Wildunfälle zu verhindern. Eine Grünbrücke schützt sowohl die Autofahrerinnen und Autofahrer als auch die in unserem Land lebenden Wildtiere", unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher
Auch der Südtiroler Jagdverband bewertet das Projekt positiv. Direktor Benedikt Terzer hebt hervor, dass der Kniepass seit jeher ein wichtiger Wildwechsel sei: "Der Natur wieder Raum zu geben, ist eine Investition in die Zukunft unseres Ökosystems."
Anpassung der Straße und mehr Schutz für die Rienz
Die Ausschreibung beinhaltet umfassende Eingriffe am Straßenkörper. Östlich von Kiens wird die Fahrbahn in ihrem Verlauf etwas ausgeweitet und an moderne Sicherheitsstandards angepasst. Ein besonderer Fokus des Vorhabens liegt auf der Rienz: Der Fluss wird um rund 15 Meter verlegt. Diese Maßnahme gilt als notwendig, damit ein deutlich robusterer und breiterer Schutzdamm zwischen Straße und Fluss errichtet werden kann. Dadurch wird die Infrastruktur vor Erosion geschützt. Gleichzeitig wird das Flussbett durch naturnahe ingenieurtechnische Maßnahmen der Wildbachverbauung ökologisch aufgewertet.
Ausschreibung für rund 6,5 Millionen Euro
Die Ausschreibung der Arbeiten wurde am 19. Februar auf dem Portal der Agentur für öffentliche Verträge (AOV) veröffentlicht. Der Ausschreibungsbetrag beträgt rund 6,5 Millionen Euro und die vertragliche Ausführungsdauer umfasst 511 Tage.
gm/san